Ablatio retinae 

Die Ablatio retinae, auch Netzhautablösung genannt, ist eine schwerwiegende Erkrankung des Auges, bei der sich die Netzhaut von ihrer Unterlage, dem retinalen Pigmentepithel, ablöst. Diese Erkrankung stellt einen augenmedizinischen Notfall dar, der unbehandelt zur Erblindung des betroffenen Auges führen kann. Im Folgenden erläutern wir detailliert die Ursachen, Symptome, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten dieser Erkrankung.

Altersbedingte Makuladegeneration

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine progressive Erkrankung der Netzhaut, die den zentralen Bereich der Retina, die Makula, betrifft. Sie stellt in Industrieländern die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderung bei Menschen über 50 Jahren dar. Die AMD führt zu einer fortschreitenden Verschlechterung der zentralen Sehschärfe, während das periphere Sehen meist erhalten bleibt. Die Erkrankung beeinträchtigt somit alltägliche Aktivitäten wie Lesen, Gesichtererkennung und Autofahren erheblich, während die Orientierungsfähigkeit im Raum oft relativ gut erhalten bleibt.

Anti-VEGF-Therapie

Die Anti-VEGF-Therapie (Anti-Vascular Endothelial Growth Factor) ist ein medikamentöses Behandlungsverfahren in der Augenheilkunde, das auf die Hemmung des Gefäßwachstumsfaktors VEGF abzielt. VEGF ist ein Signalprotein, das die Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese) stimuliert und die Gefäßpermeabilität erhöht. Bei verschiedenen Netzhauterkrankungen kommt es zu einer Überexpression von VEGF, die zur pathologischen Gefäßneubildung und erhöhten Gefäßdurchlässigkeit führt. Durch die intravitreale Injektion von Anti-VEGF-Medikamenten wird dieser pathologische Prozess gehemmt, was zu einer Stabilisierung oder sogar Verbesserung der Sehfunktion führen kann.

Blepharitis

Blepharitis ist eine häufige, chronische Entzündung der Augenlider, die sowohl den vorderen als auch den hinteren Lidrand betreffen kann. Diese Erkrankung gehört zu den am häufigsten diagnostizierten Augenleiden in der augenärztlichen Praxis und kann Patienten aller Altersgruppen betreffen, tritt jedoch vermehrt bei älteren Erwachsenen auf. Die Blepharitis ist charakterisiert durch eine Entzündung der Haarfollikel der Wimpern und der assoziierten Talgdrüsen, was zu einer Vielzahl von Symptomen führt, die von leichten Beschwerden bis hin zu erheblichen Beeinträchtigungen des täglichen Lebens reichen können.

Blepharitis ulcerosa

Die Blepharitis ulcerosa (auch als ulzerative Blepharitis bezeichnet) ist eine schwerwiegende Entzündung der Lidränder, charakterisiert durch die Bildung von Ulzerationen, Krusten und in fortgeschrittenen Fällen durch Narbenbildung. Sie stellt eine spezifische Form der anterioren Blepharitis dar und ist von den seborrhoischen Formen klinisch und ätiologisch zu unterscheiden. Die Erkrankung manifestiert sich primär an den vorderen Lidrandstrukturen und den Wimpernfollikeln, kann jedoch auf tieferliegende Strukturen übergreifen.

Blepharo-Konjunktivitis

Die Blepharo-Konjunktivitis (auch Blepharokonjunktivitis) bezeichnet ein Krankheitsbild, das durch die gleichzeitige Entzündung der Augenlider (Blepharitis) und der Bindehaut (Konjunktivitis) gekennzeichnet ist. Es handelt sich um eine häufige ophthalmologische Erkrankung, die sowohl akut als auch chronisch verlaufen kann und verschiedene Ursachen haben kann. Die Erkrankung betrifft Patienten jeden Alters, tritt jedoch vermehrt im mittleren und höheren Lebensalter auf.

Blepharochalasis

Blepharochalasis ist eine seltene, chronisch-entzündliche Erkrankung der Augenlider, die durch wiederkehrende Episoden von schmerzloser Lidschwellung gekennzeichnet ist. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus „blepharon“ (Augenlid) und „chalasis“ (Erschlaffung). Diese Erkrankung führt zu einer progressiven Ausdünnung und Erschlaffung der Lidhaut, wodurch charakteristische morphologische Veränderungen entstehen.

Chalazion

Ein Chalazion (Plural: Chalazien; vom griechischen χαλάζιον = „kleines Hagelkorn“) ist eine chronische, granulomatöse Entzündung einer Meibom-Drüse im Augenlid. Im Gegensatz zum akuten Hordeolum (Gerstenkorn) entwickelt sich das Chalazion langsamer und ist in der Regel nicht bakteriell bedingt. Es zeigt sich als schmerzlose, knotige Verdickung im Ober- oder Unterlid und kann sowohl Erwachsene als auch Kinder betreffen. Die Prävalenz von Chalazien in der Allgemeinbevölkerung liegt bei etwa 0,2-5,9%, wobei Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen wie Rosazea, Seborrhoisches Ekzem oder Blepharitis häufiger betroffen sind.

Chorioidale Neovaskularisation

Die chorioidale Neovaskularisation (CNV) ist ein pathologischer Prozess, bei dem es zur Bildung neuer, abnormaler Blutgefäße aus der Aderhaut (Choroidea) kommt, die durch die Bruch-Membran in den subretinalen Raum oder das retinale Pigmentepithel (RPE) einwachsen. Diese Gefäßneubildung stellt einen der wichtigsten pathophysiologischen Mechanismen verschiedener Netzhauterkrankungen dar und ist hauptverantwortlich für schwere Sehbeeinträchtigungen bei Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD) und anderen chorioidalen Erkrankungen.

Cornea

Die Cornea, auch Hornhaut genannt, ist die transparente, avaskuläre Vorderfläche des Auges und stellt den vorderen Abschnitt der äußeren Augenhaut dar. Sie bildet zusammen mit der Sklera die äußere Schicht des Bulbus oculi und fungiert als wichtigste brechende Struktur des visuellen Systems. Mit einer Brechkraft von etwa 40-44 Dioptrien trägt die Cornea maßgeblich zur Gesamtbrechkraft des Auges bei und ist für die Fokussierung des Lichts auf die Netzhaut verantwortlich.