IVOM

IVOM

Die intravitreale operative Medikamenteneingabe, kurz IVOM genannt, hat die Behandlung von Netzhauterkrankungen revolutioniert. Diese minimalinvasive Therapieform ermöglicht es, Medikamente präzise in den Glaskörper des Auges einzubringen und damit schwerwiegende Augenerkrankungen wirksam zu behandeln. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über das Verfahren, die Anwendungsgebiete, den Behandlungsablauf und die zu erwartenden Ergebnisse.

Was ist IVOM?

Bei der intravitrealen operativen Medikamenteneingabe handelt es sich um ein Verfahren, bei dem Medikamente mit einer sehr feinen Nadel direkt in den Glaskörperraum des Auges injiziert werden. Der Begriff setzt sich zusammen aus „intravitreal“ (lateinisch für „in den Glaskörper“) und „operative Medikamenteneingabe“. Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert nur wenige Minuten.

Die IVOM-Therapie hat sich als entscheidender Durchbruch in der modernen Augenheilkunde erwiesen. Durch die direkte Verabreichung der Wirkstoffe in das Augeninnere kann eine hohe Medikamentenkonzentration genau dort erreicht werden, wo sie benötigt wird. Dies maximiert die therapeutische Wirksamkeit und minimiert gleichzeitig systemische Nebenwirkungen, die bei einer Tabletteneinnahme in weitaus höherer Dosierung auftreten würden.

Der Glaskörper ist eine gelartige, durchsichtige Substanz, die den größten Teil des Augeninnenraums ausfüllt. Er liegt zwischen der Augenlinse und der Netzhaut und besteht zu etwa 98 Prozent aus Wasser. Durch die Injektion direkt in diesen Bereich können Medikamente optimal zur Netzhaut gelangen, wo die meisten behandelbaren Augenerkrankungen ihren Ursprung haben.

Für welche Erkrankungen wird IVOM eingesetzt?

Die intravitreale Medikamenteneingabe kommt bei verschiedenen schwerwiegenden Augenerkrankungen zum Einsatz, bei denen andere Behandlungsmethoden nicht ausreichend wirksam sind. Die Hauptanwendungsgebiete umfassen folgende Erkrankungen:

Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Die feuchte Form der altersbedingten Makuladegeneration ist eine der häufigsten Ursachen für schwere Sehbehinderungen im Alter. Bei dieser Erkrankung bilden sich krankhafte neue Blutgefäße unter der Netzhaut, die instabil sind und Flüssigkeit oder Blut austreten lassen. Dies führt zu einer Schwellung und Vernarbung der Makula, dem Bereich des schärfsten Sehens im Zentrum der Netzhaut. Die IVOM-Therapie kann das Fortschreiten der feuchten AMD verlangsamen und in vielen Fällen die Sehfähigkeit verbessern oder zumindest stabilisieren. Bis zur Einführung der intravitrealen Medikamenteneingabe war die feuchte AMD für etwa die Hälfte aller Erblindungen im Alter verantwortlich.

Diabetisches Makulaödem (DMÖ)

Das diabetische Makulaödem ist eine Folgeerkrankung der Zuckerkrankheit, bei der es zu Flüssigkeitsansammlungen in der Makula kommt. Durch die diabetesbedingte Schädigung der kleinen Blutgefäße in der Netzhaut wird die Gefäßwand durchlässiger, sodass Flüssigkeit in das umliegende Gewebe austritt. Dies führt zu einer Schwellung der Makula und damit zu einer erheblichen Beeinträchtigung des zentralen Sehvermögens. Die IVOM-Therapie hat sich als sehr effektiv bei der Behandlung des diabetischen Makulaödems erwiesen und kann die Sehkraft erhalten oder sogar verbessern.

Retinale Venenverschlüsse

Ein Verschluss der Netzhautvenen, entweder der zentralen Netzhautvene oder eines Venenastes, kann zu schwerwiegenden Durchblutungsstörungen der Netzhaut führen. Als Folge treten häufig Schwellungen und Flüssigkeitsansammlungen in der Makula auf, die das Sehvermögen erheblich beeinträchtigen. Die intravitreale Medikamenteneingabe kann helfen, diese Schwellungen zu reduzieren, die Netzhautfunktion zu stabilisieren und das Sehvermögen zu erhalten oder zu verbessern.

Weitere Anwendungsgebiete

Darüber hinaus wird die IVOM-Therapie auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt, darunter die feuchte Makuladegeneration bei starker Kurzsichtigkeit, bestimmte Entzündungen des hinteren Augenabschnitts und in seltenen Fällen auch bei schweren Infektionen des Augeninneren, bei denen Antibiotika oder Antimykotika direkt in das Auge eingebracht werden müssen.

Welche Medikamente werden verwendet?

In der IVOM-Therapie kommen verschiedene Medikamentengruppen zum Einsatz, wobei die Anti-VEGF-Präparate die am häufigsten verwendeten sind. Die Wahl des geeigneten Medikaments hängt von der spezifischen Erkrankung, dem individuellen Krankheitsverlauf und anderen Faktoren ab.

Anti-VEGF-Medikamente

Die Anti-VEGF-Präparate (Anti-Vascular-Endothelial-Growth-Factor) hemmen den Wachstumsfaktor VEGF, der maßgeblich an der Bildung krankhafter neuer Blutgefäße beteiligt ist. Durch die Blockade von VEGF kann das pathologische Gefäßwachstum gestoppt und die Durchlässigkeit der Gefäße verringert werden, wodurch Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut reduziert werden.

Zu den in Deutschland verfügbaren Anti-VEGF-Medikamenten gehören Ranibizumab (Handelsname Lucentis), ein für die Augenbehandlung entwickelter monoklonaler Antikörper, Aflibercept (Eylea), ein Fusionsprotein, das VEGF abfängt, und Brolucizumab (Beovu), ein neueres Präparat mit potenziell längerer Wirkdauer. Zusätzlich wird Bevacizumab (Avastin) häufig off-label eingesetzt. Dieses Medikament wurde ursprünglich zur Behandlung von Krebserkrankungen entwickelt, zeigt jedoch bei Netzhauterkrankungen eine vergleichbare Wirksamkeit wie die zugelassenen Präparate und ist deutlich kostengünstiger. Große Studien wie die CATT-Studie aus den USA haben die vergleichbare Wirksamkeit von Bevacizumab mit den zugelassenen Präparaten wissenschaftlich belegt.

Ein neueres bispezifisches Präparat ist Faricimab (Vabysmo), das sowohl VEGF als auch den Wachstumsfaktor Angiopoietin-2 hemmt und dadurch möglicherweise längere Behandlungsintervalle ermöglicht. Mittlerweile sind auch Biosimilars von Ranibizumab verfügbar, die kostengünstigere Alternativen zu den Originalpräparaten darstellen.

Kortikosteroide

Bei bestimmten Erkrankungen, insbesondere bei entzündlichen Veränderungen oder wenn Anti-VEGF-Präparate nicht ausreichend wirken, können auch Kortikosteroide eingesetzt werden. Zu diesen gehören Dexamethason (Ozurdex) als langwirksames Implantat und Fluocinolonacetonid (Iluvien), das als Langzeitimplantat bis zu drei Jahre wirken kann. Der Vorteil dieser Präparate liegt in der selteneren Anwendung aufgrund der längeren Wirkdauer. Allerdings besteht ein erhöhtes Risiko für einen dauerhaften Anstieg des Augeninnendrucks und die Entwicklung eines Grauen Stars.

Wie läuft eine IVOM-Behandlung ab?

Die intravitreale operative Medikamenteneingabe ist ein standardisiertes, ambulantes Verfahren, das unter strengsten Hygienebedingungen durchgeführt wird. Der gesamte Eingriff dauert nur wenige Minuten und verläuft in der Regel schmerzfrei.

Vorbereitung

Vor der eigentlichen Injektion wird das zu behandelnde Auge mit betäubenden Augentropfen lokal betäubt. Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich. Nach Eintritt der Betäubung werden die Pupillen mit speziellen Tropfen erweitert, um dem Arzt eine bessere Sicht auf den Augenhintergrund zu ermöglichen. Anschließend erfolgt eine sorgfältige Desinfektion des Auges und der umliegenden Haut mit einer keimtötenden Jodlösung, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Der Patient nimmt eine liegende oder zurückgelehnte Position auf einer Behandlungsliege ein. Das Gesicht wird mit einem sterilen Abdecktuch versehen, bei dem nur das zu behandelnde Auge freibleibt. Atmen und Sprechen bleiben während der gesamten Behandlung problemlos möglich. Ein Lidsperrer wird eingesetzt, um das Auge während des Eingriffs offenzuhalten und unwillkürliches Blinzeln zu verhindern.

Die Injektion

Die eigentliche Medikamenteneingabe erfolgt mit einer hauchdünnen Injektionsnadel, deren Durchmesser deutlich weniger als einen Millimeter beträgt. Die Nadel wird in einem genau definierten Bereich, der sogenannten Pars plana, etwa drei bis vier Millimeter vom Hornhautrand entfernt in den Augapfel eingeführt. Diese Zone gilt als Sicherheitszone, in der das Risiko für Verletzungen von Linse oder Netzhaut minimal ist. Die Nadel wird bis zur Mitte des Glaskörpers vorgeschoben, wo das Medikament in einem Volumen von etwa 0,05 Millilitern injiziert wird.

Unmittelbar nach der Injektion überprüft der Augenarzt, ob der Patient Lichtschein oder Finger wahrnehmen kann. Dies dient als einfacher Test, um sicherzustellen, dass die Durchblutung der Netzhaut durch einen möglichen Druckanstieg nicht beeinträchtigt wurde.

Nach der Behandlung

Nach dem Eingriff wird häufig ein schützender Verband angelegt, der nach wenigen Stunden selbstständig entfernt werden kann. Die meisten Patienten können ihre alltäglichen Aktivitäten bereits am Tag nach der Behandlung wieder aufnehmen. Allerdings ist am Behandlungstag das Führen von Fahrzeugen nicht gestattet, da das Sehvermögen vorübergehend beeinträchtigt sein kann. Eine Kontrolluntersuchung erfolgt in der Regel zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Injektion, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Behandlungsschema und Therapieverlauf

Da die Wirkung der ins Auge injizierten Medikamente nach einiger Zeit nachlässt, müssen die Injektionen in den meisten Fällen wiederholt werden. Die Häufigkeit und Dauer der Behandlung hängen von der zugrunde liegenden Erkrankung und dem individuellen Ansprechen auf die Therapie ab.

Bei der feuchten Makuladegeneration beginnt die Behandlung typischerweise mit drei Injektionen im Abstand von jeweils vier Wochen, der sogenannten Aufsättigungsphase. Danach erfolgen regelmäßige Kontrolluntersuchungen mit Hilfe der optischen Kohärenztomographie, bei denen überprüft wird, ob weitere Behandlungen notwendig sind. Im ersten Behandlungsjahr sind durchschnittlich sieben bis neun Injektionen erforderlich, in den Folgejahren nimmt die Anzahl häufig ab. Langzeitstudien zeigen, dass über einen Zeitraum von zehn Jahren durchschnittlich etwa 53 Injektionen benötigt werden, um eine erfolgreiche Behandlung zu gewährleisten.

Es gibt verschiedene Behandlungsschemata, die je nach Erkrankung und individuellem Verlauf angewendet werden. Bei einem Pro-Re-Nata-Schema wird nur bei Bedarf, also bei Anzeichen einer Krankheitsaktivität, injiziert. Beim Treat-and-Extend-Schema wird nach jeder Injektion der Kontrollabstand schrittweise verlängert, solange der Befund stabil bleibt. Bei einer Verschlechterung wird das Behandlungsintervall entsprechend verkürzt.

Die Einhaltung aller Kontrolltermine ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Studien haben gezeigt, dass die Ergebnisse in der klinischen Praxis oft schlechter ausfallen als in Zulassungsstudien, was hauptsächlich auf eine geringere Behandlungsfrequenz und mangelnde Therapietreue zurückzuführen ist. Patienten, die ihre Termine gewissenhaft wahrnehmen, haben deutlich bessere Chancen, ihre Sehkraft zu erhalten oder zu verbessern.

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken

Die IVOM ist ein sehr sicheres und standardisiertes Verfahren mit einer niedrigen Komplikationsrate. Eine große Studie mit über 123.000 Injektionen zeigte, dass schwerwiegende Komplikationen äußerst selten auftreten. Das Risiko für eine Endophthalmitis, eine bedrohliche Entzündung des Augeninneren, liegt bei etwa 0,02 Prozent, also statistisch bei etwa zwei von 10.000 Injektionen, wenn alle Hygienemaßnahmen konsequent eingehalten werden.

Häufiger, aber in der Regel harmlos, sind vorübergehende Beschwerden nach der Injektion. Eine Patientenumfrage ergab, dass am Tag nach der Behandlung etwa 18 Prozent der Patienten ein Fremdkörpergefühl verspürten, 17 Prozent kleine Luftblasen sahen, 12 Prozent über Juckreiz klagten und 11 Prozent eine Rötung des Auges bemerkten. Diese Symptome sind meist durch die notwendige Desinfektion und Betäubung vor der Injektion bedingt und verschwinden in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst. Bei Fremdkörpergefühl oder einem Brennen am Auge können Tränenersatzmittel Linderung verschaffen.

Gelegentlich kommt es zu kleinen Einblutungen unter der Bindehaut an der Einstichstelle, sogenannten Hyposphagmata. Diese sind vollkommen unbedenklich und verschwinden nach einigen Tagen. In manchen Fällen können für Stunden oder wenige Tage kleine, sich bewegende schwarze Punkte gesehen werden. Dies sind harmlose Luftbläschen, die mit dem Medikament in das Auge gelangt sind und ohne Behandlung wieder verschwinden.

Zu den selteneren Komplikationen gehören ein vorübergehender Anstieg des Augeninnendrucks, Einblutungen in den Glaskörper, Netzhautablösungen oder Verletzungen der Augenlinse. Bei Verwendung von Kortikosteroiden besteht ein erhöhtes Risiko für einen dauerhaften Augeninnendruckanstieg und die Entwicklung eines Grauen Stars. Bei bestimmten Medikamenten wie Brolucizumab gibt es ein leicht erhöhtes Risiko für sterile Entzündungsreaktionen, weshalb hier eine besonders sorgfältige Nachsorge empfohlen wird.

Wann sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen?

Obwohl Komplikationen selten sind, ist es wichtig, bei bestimmten Warnsignalen umgehend augenärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Kontaktieren Sie sofort Ihren Augenarzt oder die behandelnde Klinik, wenn nach der IVOM-Behandlung eines der folgenden Symptome auftritt:

Eine plötzliche Verschlechterung der Sehkraft ist immer ein ernstzunehmendes Warnsignal. Ebenso sollten anhaltende oder zunehmende Augenschmerzen, die nicht durch Tränenersatzmittel gelindert werden können, ärztlich abgeklärt werden. Eine zunehmende starke Rötung des Auges kann auf eine Entzündung oder Infektion hinweisen. Auch die plötzliche Wahrnehmung von vielen kleinen schwarzen Punkten, die wie ein Schwarm „fliegender Mücken“ erscheinen, Blitzen, Schatten oder einem Rußregen sollte nicht ignoriert werden, da dies Anzeichen für eine Netzhautablösung oder eine schwere Entzündung sein können.

Die meisten Augenarztpraxen und Kliniken, die IVOM-Behandlungen durchführen, haben Notfallnummern eingerichtet, über die sie rund um die Uhr erreichbar sind. Nutzen Sie diese Möglichkeit bei Bedarf ohne zu zögern.

Nachsorge und Verhaltensempfehlungen

Eine sorgfältige Nachsorge ist entscheidend für den Erfolg der IVOM-Therapie. Die erste Kontrolluntersuchung findet in der Regel zwei bis fünf Tage nach der Injektion statt, bei der der Augenarzt den Augeninnendruck misst und den Zustand der Netzhaut überprüft. Diese Untersuchung dient vor allem der Früherkennung möglicher Komplikationen.

Nach etwa vier Wochen erfolgt eine Verlaufskontrolle, bei der mittels optischer Kohärenztomographie beurteilt wird, ob die Behandlung angeschlagen hat und ob weitere Injektionen erforderlich sind. Diese regelmäßigen Kontrollen sind von größter Wichtigkeit und sollten unbedingt wahrgenommen werden, auch wenn zunächst keine sofortige Verbesserung des Sehvermögens feststellbar ist. In manchen Fällen tritt eine Verbesserung erst zu einem späteren Zeitpunkt der Therapie ein.

Nach der Behandlung sollten Sie für einige Tage auf Sauna- und Schwimmbadbesuche verzichten, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Das behandelte Auge sollte vor Schmutz geschützt und möglichst nicht unnötig berührt oder gerieben werden. Am Behandlungstag selbst ist das Führen von Fahrzeugen nicht gestattet. Am Folgetag ist Autofahren prinzipiell wieder möglich, sofern die Sehschärfe ausreicht.

Make-up, insbesondere an den Augen, sollte am Tag der Behandlung nicht getragen werden. Normale Nahrungsaufnahme ist vor und nach dem Eingriff erlaubt, Sie müssen nicht nüchtern erscheinen. Bei Bedarf können vom Arzt verordnete Augentropfen zur Nachbehandlung angewendet werden.

Kostenübernahme durch die Krankenkassen

Die Kosten für die IVOM-Therapie werden grundsätzlich von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, da es sich um eine anerkannte und medizinisch notwendige Behandlung handelt. Dies gilt sowohl für die Injektionen selbst als auch für die erforderlichen Kontrolltermine.

Allerdings werden bei der Diagnostik nur die Standardleistungen von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Spezielle Untersuchungsverfahren wie die optische Kohärenztomographie, die für eine präzise Verlaufskontrolle sehr wichtig ist, müssen teilweise privat bezahlt werden. Viele Augenarztpraxen bieten diese Untersuchung dennoch an, da sie eine gezieltere Beurteilung der Wasseransammlungen in der Netzhaut ermöglicht und damit hilft, unnötige Injektionen zu vermeiden.

Seit Oktober 2024 gehört die IVOM zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung und kann über den Einheitlichen Bewertungsmaßstab abgerechnet werden. Zusätzlich existieren in vielen Regionen spezielle Verträge zwischen Krankenkassen und Augenarztnetzen, die besondere Versorgungsstrukturen schaffen.

Erfolgsaussichten und Prognose

Die Erfolgsaussichten einer IVOM-Therapie hängen von mehreren Faktoren ab, insbesondere von der Art der Erkrankung, dem Stadium bei Behandlungsbeginn und der konsequenten Durchführung der Therapie. Große klinische Studien wie die ANCHOR-, MARINA- und VIEW-Studien haben die Wirksamkeit der Anti-VEGF-Therapie bei der feuchten Makuladegeneration eindrucksvoll nachgewiesen.

Bei etwa 75 Prozent der Patienten mit feuchter altersbedingter Makuladegeneration kann die IVOM-Behandlung ein Fortschreiten der Erkrankung im Frühstadium aufhalten. Bei etwa 50 Prozent der Betroffenen verbessert sich sogar die Sehfähigkeit. Auch beim diabetischen Makulaödem und bei retinalen Venenverschlüssen hat sich die Therapie als sehr effektiv erwiesen.

Ein entscheidender Faktor für den Behandlungserfolg ist der rechtzeitige Therapiebeginn. Je früher die Behandlung nach der Diagnosestellung einsetzt, desto besser sind die Aussichten, die Sehkraft zu erhalten oder zu verbessern. Ebenso wichtig ist die kontinuierliche Fortsetzung der Therapie über einen längeren Zeitraum. Studien haben gezeigt, dass Patienten, die ihre Kontroll- und Injektionstermine gewissenhaft einhalten, deutlich bessere Ergebnisse erzielen als solche mit unregelmäßiger Behandlung.

Die IVOM-Therapie ist in vielen Fällen die einzige Option, um schwere Sehverschlechterungen zu verhindern und die Sehkraft zu erhalten. Dadurch ist der therapeutische Nutzen der intravitrealen Injektion immens und hat die Lebensqualität unzähliger Patienten nachhaltig verbessert.

Fazit

Die intravitreale operative Medikamenteneingabe hat die Behandlung von Netzhauterkrankungen grundlegend verändert und ist heute der Goldstandard bei vielen Augenerkrankungen. Das Verfahren ist sicher, gut verträglich und hat sich millionenfach bewährt. Die IVOM ermöglicht es, Medikamente präzise dorthin zu bringen, wo sie benötigt werden, und bietet vielen Patienten die Chance, ihre Sehkraft zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Trotz der anfänglichen Skepsis, die viele Patienten gegenüber einer Spritze ins Auge haben, berichten die allermeisten nach der Behandlung, dass der Eingriff weitaus weniger unangenehm war als befürchtet. Die örtliche Betäubung macht die Behandlung nahezu schmerzfrei, und die kurze Eingriffszeit sowie die ambulante Durchführung ermöglichen eine schnelle Rückkehr in den Alltag.

Der Erfolg der IVOM-Therapie steht und fällt jedoch mit der konsequenten Einhaltung der Behandlungstermine und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Patient und Augenarzt sowie die Bereitschaft, sich über einen längeren Zeitraum behandeln zu lassen, sind die Grundvoraussetzungen für ein optimales Behandlungsergebnis. Mit der richtigen Therapietreue können viele Patienten ihre Sehfähigkeit über Jahre hinweg bewahren und damit ihre Lebensqualität und Selbstständigkeit erhalten.

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