Epiretinale Gliose

Epiretinale Gliose

Das Wichtigste auf einen Blick

Die epiretinale Gliose, auch als Makulapucker bekannt, ist eine Augenerkrankung, bei der sich eine feine Membran auf der Netzhautmitte bildet und diese in Falten zieht. Diese Erkrankung tritt hauptsächlich ab dem 50. Lebensjahr auf und betrifft besonders häufig Menschen über 75 Jahre. Während viele Betroffene zunächst keine Symptome bemerken, kann es im Verlauf zu verzerrtem Sehen und einer Abnahme der Sehschärfe kommen. Die gute Nachricht: Eine epiretinale Gliose ist nicht gefährlich für das Auge und kann heute mit modernen mikrochirurgischen Verfahren erfolgreich behandelt werden, wenn Beschwerden auftreten.

Wichtigste Fakten:

  • Häufigkeit: Bei über 50-Jährigen sind etwa 6 Prozent betroffen, bei über 70-Jährigen bereits 20 Prozent
  • Hauptursache: Altersbedingte Veränderungen des Glaskörpers
  • Typische Symptome: Verzerrtsehen, verschwommene Sicht, Gefühl wie durch Zellophan zu sehen
  • Behandlung: Bei Beschwerdefreiheit abwarten, bei Symptomen erfolgreiche operative Therapie möglich

Was ist eine epiretinale Gliose?

Bei der epiretinalen Gliose handelt es sich um eine Gliose, bei der sich auf der Netzhautoberfläche, meist im Bereich der Makula, eine dünne Membran bildet. Die Makula ist der Bereich des schärfsten Sehens in der Netzhautmitte und ermöglicht uns das detaillierte Sehen, Lesen und Erkennen von Gesichtern.

Alternative Bezeichnungen

Die epiretinale Gliose ist in der Augenheilkunde unter verschiedenen Namen bekannt. Sie wird auch als Makulapucker, epiretinale Membran, Macular Pucker oder Zellophanmakulopathie bezeichnet. Der Begriff „Pucker“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „knittern“ – er beschreibt bildhaft, dass das Häutchen die Netzhaut wie unter einem Zellophanpapier in Fältchen zieht.

Anatomische Grundlagen

Um die Erkrankung zu verstehen, ist ein Blick auf die Anatomie des Auges hilfreich. Der Glaskörper füllt mit seiner gelartigen durchsichtigen Substanz das Innere des Augapfels aus. Im hinteren Teil des Auges schließt sich die Netzhaut an den Glaskörper an. Glaskörper und Netzhaut sind über eine Grenzschicht verbunden.

Bei der epiretinalen Gliose sammeln sich Zellen und Kollagene entlang dieser Grenzschicht an und bilden eine mehrschichtige Membran zwischen Netzhaut und Glaskörper. Bei den Zellen der Membran handelt es sich hauptsächlich um Gliazellen der Netzhaut. Diese neugebildete Membran kann sich zusammenziehen und dadurch die darunterliegende Netzhaut in Falten legen, was zu den charakteristischen Sehstörungen führt.

Wie entsteht die Erkrankung? Ursachen und Risikofaktoren

Primäre (idiopathische) Form

Die Hauptursache für die Entstehung einer epiretinalen Gliose ist die Alterung des Glaskörpers. Mit zunehmendem Alter verflüssigt sich der Glaskörper, und die innere Grenzmembran, die den Glaskörper zur Netzhaut hin abschließt, wird dicker. Diese altersbedingten Veränderungen sind ein natürlicher Prozess und können zur Bildung einer krankhaften Membran führen, die Zug auf die Netzhaut ausübt.

In den meisten Fällen lässt sich keine spezifische Ursache für die Entstehung der epiretinalen Membran identifizieren. Epiretinale Gliosen ohne bestimmten Grund nehmen mit dem Alter zu. Diese Form wird als primäre oder idiopathische epiretinale Gliose bezeichnet.

Sekundäre Form

In einigen Fällen tritt die Erkrankung nach einer Laserbehandlung der Netzhaut oder anderen Netzhauterkrankungen auf. Es gibt auch Fälle, in denen die Erkrankung aufgrund von chronisch-entzündlichen Leiden des Augeninneren, Gefäßverschlüssen der Retina oder Netzhautrissen auftritt.

Die epiretinale Gliose kann auch als Folge eines Makulaödems, eines retinalen Venenverschlusses, eines peripheren Netzhautforamens oder einer Netzhautablösung auftreten. Sie kann auch nach einer Kryo- oder Lasertherapie der Netzhaut entstehen. Diese sekundären Formen treten häufig bei jüngeren Patienten auf und schreiten tendenziell schneller voran als die altersbedingte Form.

Risikofaktoren

Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung einer epiretinalen Gliose sind:

  • Höheres Lebensalter (über 50 Jahre)
  • Vorbeste Augenerkrankungen wie Netzhautablösung oder diabetische Retinopathie
  • Zurückliegende Augenoperationen oder Laserbehandlungen
  • Entzündliche Augenerkrankungen
  • Gefäßverschlüsse am Auge

Welche Symptome treten auf?

Frühe Phase: Oft symptomfrei

Anfangs verursacht die epiretinale Gliose meist keine Symptome. Es gibt auch epiretinale Gliosen, die keine Symptome verursachen. Sie werden durch die heutigen Diagnosetechniken wie die OCT sichtbar. Viele Patienten bemerken daher zunächst überhaupt keine Veränderung ihres Sehvermögens, und die Erkrankung wird nur zufällig bei einer Routineuntersuchung entdeckt.

Fortgeschrittene Phase: Sehstörungen nehmen zu

Mit fortschreitender Erkrankung kann es jedoch zu einer Abnahme der Sehschärfe und zu Metamorphopsien kommen, bei denen gerade Linien verzerrt erscheinen. Die Stärke der Beschwerden ist dabei sehr unterschiedlich und reicht von leichten bis zu erheblichen Sehproblemen.

Eine leichter Befall bleibt meist unbemerkt und führt nur langsam zu einer Abnahme der Sehschärfe. Ausgedehntere Membranen können Metamorphopsien, eine Sehschärfenminderung und ein Zentralskotom auslösen.

Typische Wahrnehmungen der Betroffenen

Viele Menschen haben das Gefühl, als ob sie durch eine Plastikfolie oder Zellophan blicken würden. Dieses charakteristische Symptom hat der Erkrankung auch den Namen „Zellophanmakulopathie“ eingebracht.

Die häufigsten Symptome im Überblick:

  • Verzerrtsehen (Metamorphopsien): Gerade Linien erscheinen gewellt, verbogen oder geknickt
  • Verschwommensehen: Die Sehschärfe nimmt allmählich ab, besonders beim Lesen und Fixieren
  • „Zellophan-Effekt“: Das Gefühl, durch eine durchsichtige Folie zu schauen
  • Doppelbilder: In seltenen Fällen können Doppelkonturen auftreten
  • Leseprobleme: Schwierigkeiten beim Erfassen von Text und kleinen Details
  • Zentralskotom: Bei ausgeprägten Formen kann ein dunkler Fleck im Zentrum des Gesichtsfeldes auftreten

Die Patienten nehmen häufig Verzerrungen und im weiteren Verlauf eine deutliche Minderung der Sehschärfe wahr. Die Erkrankung kann sowohl nur auf einem Auge als auch beidseitig auftreten und stellt für den Patienten im fortgeschrittenen Stadium eine deutliche Einschränkung bei wichtigen Lebensaufgaben dar.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose kann nicht anhand der Symptome gestellt werden, da ähnliche Beschwerden auch durch Entzündungen der zentralen Netzhaut oder durch eine Altersbedingte Makuladegeneration hervorgerufen werden. Daher sind spezifische augenärztliche Untersuchungen erforderlich.

Basisuntersuchungen

Die augenärztliche Untersuchung bei Verdacht auf eine epiretinale Gliose umfasst:

  1. Prüfung der Sehschärfe: Bestimmung, wie gut Sie noch sehen können
  2. Untersuchung der vorderen Augenabschnitte: Um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen
  3. Untersuchung des Augenhintergrundes (Ophthalmoskopie): Glitzern, Falten, eventuell ist eine Verziehung von Aderhaut und Gefäßen erkennbar

Eine epiretinale Gliose kann der Augenarzt durch eine Untersuchung mit dem Spaltlampenmikroskop feststellen. Mit diesem Gerät sieht der Augenarzt durch die Pupille hindurch den hinteren Augenabschnitt und die Netzhaut.

Optische Kohärenztomographie (OCT)

Die modernen Diagnosemethoden ermöglichen eine sehr genaue Darstellung der Netzhaut und der epiretinalen Membran, sodass der Augenarzt den Verlauf der Erkrankung genau beurteilen und die am besten geeignete Behandlungsmethode auswählen kann.

Die Optische Kohärenztomografie (SD-OCT) macht eine sichtbare, aufgelagerte Membran bis hin zu verdickter Netzhautstruktur sichtbar, gelegentlich mit Einlagerungen von intraretinaler Flüssigkeit. Das OCT zeigt die Ausdehnung der epiretinalen Gliose, die damit zusammenhängenden Veränderungen der inneren Netzhautschichten und gegebenenfalls ein Makulaödem.

Amsler-Gitter-Test

Um die Sehleistung zu beurteilen, bestimmt der Arzt die Sehschärfe und den Grad der Metamorphopsie mit dem Amsler-Gitter-Test. Dieser einfache Test besteht aus einem Gitter mit geraden Linien und einem zentralen Fixationspunkt. Patienten mit einer epiretinalen Gliose sehen die eigentlich geraden Linien verzerrt oder wellig.

Weitere Untersuchungen

In bestimmten Fällen können zusätzliche Untersuchungen sinnvoll sein. Eine Angiografie mit einem fluoreszierenden Farbstoff ist nur sinnvoll, wenn der Verdacht auf eine zusätzlich vorliegende Gefäßneubildung in oder unter der Netzhaut (makuläre oder choroidale Neovaskularisation) besteht.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapieentscheidung bei einer epiretinalen Gliose richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und dem Fortschreiten der Erkrankung.

Watchful Waiting: Abwarten und beobachten

Epiretinale Gliosen ohne Tendenz zur Progression erfordern keine Behandlung, sondern lediglich eine regelmäßige Kontrolle (Watchful Waiting).

Ist der Betroffene ohne Symptome, reicht es völlig aus, die weitere Entwicklung zu beobachten und abzuwarten. Gelegentlich sollten Sehschärfe und Augenhintergrund kontrolliert und ein OCT gemacht werden. Regelmäßige Selbstkontrollen mittels Amslertest durch den Patienten sind ebenfalls sinnvoll.

Hat der Betroffene leichte Symptome, die aber nicht stören, kann ebenfalls abgewartet werden. Kontrollen sollten abhängig von den Beschwerden häufiger erfolgen.

Ausnahmen vom abwartenden Vorgehen

In zwei Fällen reicht dies nicht: wenn ein ausgeprägter Zug auf die Netzhaut besteht und wenn die epiretinale Gliose ein Loch in der Makula ziehen könnte (Makulaforamen). In diesen Situationen wird auch bei fehlenden oder geringen Symptomen zu einer operativen Behandlung geraten.

Keine medikamentöse Therapie verfügbar

Eine medikamentöse Therapie gibt es zur Zeit (2025) nicht. Eine epiretinale Gliose kann nicht medikamentös behandelt werden. Weder Tropfen noch Tabletten oder Spritzen können die bereits gebildete Membran auflösen oder ihr Wachstum stoppen.

Operative Behandlung: Vitrektomie mit Membranentfernung

Stören die Symptome den Betroffenen, ist eine operative Behandlung sinnvoll. Die Entscheidung zur Operation sollte immer individuell getroffen werden und hängt vom Leidensdruck des Patienten, dem Grad der Sehbeeinträchtigung und dem Progressionsrisiko ab.

Das Operationsverfahren

Diese erfolgt mittels Pars-plana Vitrektomie. Dabei werden die Auflagerungen von der Netzhautoberfläche entfernt. Dadurch entfällt der Zug durch die epiretinale Gliose.

Wir behandeln die epiretinale Gliose in unserem ambulanten operativen Zentrum mit einer Vitrektomie – der Entfernung des Glaskörpers – und entfernen mit feinsten Instrumenten vollständig die Membranen. Dieser mikrochirurgische Eingriff ist mit der heute zur Verfügung stehenden Operationstechnik sehr sicher und kann in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Wir wenden dabei eine minimalinvasive Operationstechnik an, die sogenannte 27-Gauge-Technik, bei der so feine Instrumente verwendet werden, dass keine Naht mehr erforderlich ist.

Zusätzliches ILM-Peeling

Die zusätzliche Entfernung der Grenzschicht zwischen Glaskörper und Netzhaut – der Membrana limitans interna (ILM), einer dünnen, transparenten Membran – verhindert das Nachwachsen des Häutchens. Das Verfahren nennt sich „ILM-Peeling“. Diese Technik hat die Ergebnisse der Operation deutlich verbessert und reduziert das Risiko eines Wiederauftretens der Membran erheblich.

Was passiert nach der Operation?

Infolgedessen bilden sich die Veränderungen über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren zurück. Die Netzhaut kann sich nach Entfernung der Membran allmählich wieder glätten, was zu einer schrittweisen Verbesserung des Sehvermögens führt. Patienten müssen sich darauf einstellen, dass die maximale Verbesserung nicht sofort nach der Operation eintritt, sondern sich über Monate entwickelt.

Wie ist die Prognose?

Die Prognose bei einer epiretinalen Gliose ist grundsätzlich gut. Ein Pucker ist ungefährlich, beeinträchtigt aber das Sehen. Die Erkrankung führt nicht zur Erblindung und bedroht nicht die Gesundheit des Auges an sich.

Verlauf ohne Behandlung

Nicht jede epiretinale Gliose schreitet fort. Manche bleiben über Jahre stabil und verursachen keine oder nur minimale Beschwerden. Epiretinale Gliosen müssen nicht behandelt werden. Bei stabilem Verlauf ist eine abwartende Haltung mit regelmäßigen Kontrollen vollkommen angemessen.

Ergebnisse nach Operation

Die operative Behandlung ist heute sehr erfolgreich. Die mikrochirurgischen Techniken haben sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt und ermöglichen eine schonende und effektive Entfernung der Membran. Die meisten Patienten erleben nach der Operation eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden.

Typische Verbesserungen nach der Operation:

  • Rückgang oder vollständiges Verschwinden des Verzerrtsehens
  • Verbesserung der Sehschärfe
  • Verbesserung der Lesefähigkeit
  • Normalisierung der Netzhautstruktur im OCT

Die individuelle Prognose hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Ausgangssehschärfe, die Dauer der Erkrankung vor der Operation und das Vorliegen weiterer Augenerkrankungen. Je früher die Operation bei symptomatischen Patienten durchgeführt wird, desto besser sind in der Regel die Ergebnisse.

Selbstkontrolle und Vorsorge

Der Amsler-Gitter-Test für zu Hause

Mit dem Amsler-Gitter-Test können Sie Ihre Augen selbst auf typische Anzeichen einer epiretinalen Gliose überprüfen. Wir empfehlen, den Test regelmäßig zwischen Ihren jährlichen Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen anzuwenden.

So führen Sie den Test durch:

Halten Sie das Amsler-Gitter auf Leseabstand (ca. 30 cm). Wenn Sie eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, benutzen Sie diese bitte. Halten Sie sich erst ein Auge zu und testen Sie danach das andere Auge. Schauen Sie mit dem offenen Auge den Punkt in der Mitte genau an: Können Sie den Punkt klar erkennen oder ist er verschwommen, durch einen Schleier verdeckt oder fehlt er ganz? Behalten Sie den Punkt im Blick und beurteilen Sie nun die Linien um den Punkt. Sind sie verzerrt oder verbogen? Sind die Quadrate gleich groß oder verschwommen?

Warnzeichen, die Sie beachten sollten:

  • Gerade Linien erscheinen wellig oder geknickt
  • Ein dunkler oder grauer Fleck im zentralen Sichtfeld
  • Verzerrungen oder Verbiegungen im Gittermuster
  • Verschwommene oder fehlende Bereiche

Falls Ihnen bei dem Test eine Veränderung auffällt, können wir eine mögliche Erkrankung im Bereich der Makula abklären.

Regelmäßige augenärztliche Kontrollen

Besonders wichtig sind regelmäßige Kontrollen für Menschen über 50 Jahre und für Patienten mit bekannten Risikofaktoren. Eine frühzeitige Erkennung ermöglicht eine optimale Begleitung der Erkrankung und rechtzeitige Einleitung einer Therapie bei Bedarf.

Empfohlene Kontrollintervalle:

  • Über 50 Jahre ohne Symptome: Jährliche Vorsorgeuntersuchung
  • Bei diagnostizierter asymptomatischer epiretinaler Gliose: Halbjährliche Kontrollen
  • Bei leichten Symptomen: Vierteljährliche Kontrollen
  • Nach Auftreten neuer Symptome: Zeitnahe augenärztliche Vorstellung

Häufig gestellte Fragen

Ist eine epiretinale Gliose gefährlich?

Nein, eine epiretinale Gliose ist nicht gefährlich und führt nicht zur Erblindung. Sie ist eine gutartige Erkrankung, die zwar das Sehvermögen beeinträchtigen kann, aber die Gesundheit des Auges nicht grundsätzlich bedroht.

Kann ich die Erkrankung durch mein Verhalten beeinflussen?

Die Entstehung einer epiretinalen Gliose lässt sich nicht durch Verhalten oder Lebensstil verhindern, da es sich hauptsächlich um altersbedingte Veränderungen handelt. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und Vermeidung von Rauchen kann jedoch generell zur Augengesundheit beitragen.

Muss jede epiretinale Gliose operiert werden?

Nein, keineswegs. Viele epiretinale Gliosen verursachen keine oder nur minimale Beschwerden und müssen nur beobachtet werden. Eine Operation ist nur dann sinnvoll, wenn die Symptome störend sind oder ein Risiko für Komplikationen besteht.

Wie lange dauert die Erholung nach der Operation?

Die Erholungszeit nach einer Vitrektomie variiert individuell. In der Regel können Sie nach wenigen Tagen wieder alltägliche Tätigkeiten aufnehmen. Die vollständige Verbesserung des Sehvermögens entwickelt sich jedoch über Monate, da sich die Netzhaut langsam zurückbildet und glättet.

Kann die Membran nach einer Operation wiederkommen?

Durch die moderne Technik des ILM-Peelings ist das Risiko eines Wiederauftretens deutlich reduziert worden. Dennoch kann in seltenen Fällen eine erneute Membranbildung auftreten, weshalb auch nach erfolgreicher Operation regelmäßige Nachkontrollen wichtig sind.

Tritt die Erkrankung auf beiden Augen auf?

Die epiretinale Gliose kann sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten. Wenn ein Auge betroffen ist, besteht ein erhöhtes Risiko, dass auch das andere Auge im Laufe der Zeit eine epiretinale Gliose entwickelt, weshalb beide Augen regelmäßig kontrolliert werden sollten.

Zusammenfassung

Die epiretinale Gliose ist eine häufige, altersbedingte Augenerkrankung, die durch eine Membranbildung auf der Netzhautmitte gekennzeichnet ist. Während die Erkrankung zunächst oft symptomfrei verläuft, kann sie im fortgeschrittenen Stadium zu Verzerrtsehen und Sehschärfeminderung führen. Die Diagnose erfolgt durch moderne bildgebende Verfahren, insbesondere die optische Kohärenztomographie.

Nicht jede epiretinale Gliose erfordert eine Behandlung. Bei fehlenden oder geringen Beschwerden ist eine abwartende Haltung mit regelmäßigen Kontrollen ausreichend. Wenn die Symptome jedoch störend werden, steht mit der Vitrektomie und Membranentfernung eine erfolgreiche operative Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung.

Die Prognose ist insgesamt gut. Mit der modernen Mikrochirurgie können wir heute bei den meisten Patienten eine deutliche Verbesserung des Sehvermögens erreichen. Wichtig ist die regelmäßige augenärztliche Kontrolle, besonders ab dem 50. Lebensjahr, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und optimal begleiten zu können.

 

 

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